Geriatrien in der Pandemie professionell und umsichtig

Zufriedene Patienten sind auch während der Corona-Pandemie das Ziel.

Keine Infektion. Kein Todesfall. Wie die beiden großen Geriatrischen Abteilungen der Kplus Gruppe in Solingen und Leverkusen der Covid-19 begegneten.

Die letzten Wochen waren ein Kraftakt. „Wir haben in den Kliniken ein strenges Sicherheitskonzept, damit wir unsere geriatrischen Patienten effektiv von einer Infektion mit Covid-19 schützen“, sagt Dr. Volker Spartmann, Chefarzt der Geriatrie in der Solinger St. Lukas Klinik. „Das war eine Herausforderung“, sagt Sascha Wihstutz, der als Chefarzt die Geriatrie am St. Josef Krankenhaus in Leverkusen leitet. Eine Herausforderung, die mit Erfolg gemeistert wurde. Weder Mitarbeiter noch Patienten haben sich angesteckt, noch gab es einen Corona-bedingten Todesfall. „Aber wir müssen dranbleiben“, sagt Sascha Wihstutz, der angesichts der Bilder von fast schon überfüllten Urlaubsstränden einen neuen Ausbruch befürchtet.


Die Patienten, die in den geriatrischen Abteilungen behandelt werden, zählen zu einer doppelt gefährdeten Gruppe. Auf der einen Seite steht das Alter. „Unsere Pateinten leiden aber meist an mindestens einer, meist chronischen Erkrankung wie Diabetes mellitus oder Bluthochdruck“, sagt Dr. Volker Spartmann. Im Krisenstab wurde ein Ablaufplan entwickelt, wie möglicherweise infizierte Patienten indentifiziert werden und strikt von den anderen Patienten getrennt werden können. Dabei ist die Situation in Leverkusen und Solingen komfortabel, da jeweils andere Krankenhäuser zentrale Anlaufstellen für Verdachtsfälle und Patienten mit bestätigter Infektion waren. 


Trotzdem war das Hygienekonzept maßgeblich. Die Hygienefachkräfte vor Ort, Sabine Hillebrandt und Natalie Commandeur, hatten  Hände voll zu tun, die immer neuen Erkenntnisse, Verordnungen und Erlasse gemeinsam mit dem Krisenstab zu prüfen, umzusetzen und zu kommunizieren. „Es gab und gibt ein dicht gewebtes Sicherheitsnetz“, sagt Sabine Hillebrandt. „Die Mitarbeiter ganz gleich welcher Berufsgruppe haben alle professionell und umsichtig gearbeitet“, ergänzt Natalie Commandeur. Sonst wäre der Erfolg so nicht möglich gewesen.


Zum Können kommt dann Glück. Beide Chefärzte möchten sich nicht ausmalen, was passiert wäre, wenn eine Senioreneinrichtung hätte evakuiert werden müssen. Aus der Klinik entlassen wurde nur mit zwei negativen Covid-19-Abstrichen, die an aufeinanderfolgenden Tagen abgenommen wurden. „Wir mussten und wollten ganz sicher gehen“, sagt Sascha Wihstutz.


Die psychische Belastung für die Mitarbeiter war hoch. Gerade demenziell veränderte Patienten fällt die Umstellung auf ein neues Umfeld – und das ist der Aufenthalt in einem Krankenhaus – schwer. „Kommt noch hinzu, dass die Bezugsperson nicht zu Besuch kommen darf, kann die Situation noch verschärft werden“, erklärt Dr. Volker Spartmann. Gerade die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Pflege hatten viel aufzufangen. „Ich bin wirklich dankbar, dass sie das mit so viel Einfühlungsvermögen und Geduld bewältigt haben“, sagt Sascha Wihstutz.


Es gab Geriatrien in Nordrhein-Westfalen, die keine Patienten aufgenommen haben. Das war für die Kplus Gruppe zu keinem Zeitpunkt Thema. Schließlich habe man nicht nur einen Versorgungsauftrag, eine Schließung sei auch mit dem Selbstverständnis nicht vereinbar. Alte und kranke Menschen dürfen nicht allein gelassen werden. Nur die Geriatrischen Tageskliniken müssen bis heute weiterhin geschlossen werden. Hier kommen Patienten tagsüber zusammen, um ein intensives Diagnose- und Therapieprogramm – oft in Gruppensitzungen – zu durchlaufen. Abstandregelungen zum Schutz der Patienten waren hier nicht umzusetzen, so dass man schweren Herzens das Angebot aussetzen musste. 


Schutzkleidung war ein großes Thema. „Die Pandemie ist auch die Stunde des Einkaufs“, sagt Natalie Commandeur. Ohne sich selbst zu schützen, können keine Patienten versorgt werden. Zu jeder Zeit waren Masken, Handschuhe, Schutzkittel und Visiere vorrätig. „Manchmal wurde es knapp, aber dann hat der Einkauf wieder irgendwo einen Lieferanten aufgetan“, erinnert sich Sabine Hillebrandt. Oder es wurde gespendet: Unternehmen brachten Spezialmasken, Desinfektionsmittel wurde gespendet, ehemalige Mitarbeiter und Ehrenamtliche der Krankenhaushilfe nähten Stoffmasken, Kinder haben gebastelt, Firmen und Restaurants sorgten für Nervennahrung. Dr. Volker Spartmann: „Das war eine tolle Solidarität.“
 

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